Sich lebendig fühlen. Wollen wir das nicht alle? Abenteuer jeglicher Art geben uns das Gefühl am Leben teilzunehmen und nicht im Alltagstrott unterzugehen. Dabei sind es oft kleine Abenteuer die wir erleben, welche in unseren Köpfen bleiben und uns bestätigen, dass wir noch am Leben sind.

Über exklusive Erlebnisse und Träume spreche ich diesmal mit den Abenteuerspezialisten Sebastian vom Blog Off-the-Path, Timo vom Blog Bruder Leichtfuss und Katrin vom Blog Before We Die.

Reiseblogger über das Leben außerhalb der Komfortzone

Sebastian vom Blog Off-the-Path

Sebastian Canaves über Abenteuer auf Reisen

Wer dich auf Off-the-Path verfolgt, sieht dich vor beeindruckenden Kulissen. Ob im Kanu auf tiefblauen Seen, aus dem Flugzeug springend, im Baumhaus auf Bali oder im Großstadtdschungel der aufregendsten Städte dieser Welt. Bekannt als Adrenalinjunkie stürzt du dich von einem Abenteuer ins nächste.

Gibt es dich auch langweilig auf der Couch?

Mein Motto ist „Mach jeden Tag zu deinem Abenteuer“ und das versuche auch ich jeden Tag umzusetzen! Zwischen meinen ganzen Reisen findet man mich statt auf der Couch eher in unserem Büro in Hannover, wo wir gerade leben. Bei all den Abenteuern bleibt viel Arbeit für den Reiseblog liegen und Zeit zum Chillen habe ich kaum. Außerdem verbringe ich meine freie Zeit viel lieber damit, den nächsten Roadtrip zu planen oder Flüge zu buchen – ich bin eben ein echter Reisejunkie!

Du hast bereits über 100 Länder bereist und erlebst sehr viel Abenteuerliches.

Gibt es ein Erlebnis, an welches du immer wieder zurück denkst?

Ehrlich gesagt nicht, denn ich versuche immer im Hier und Jetzt zu leben und Erlebnisse nicht mit einander zu vergleichen. Ein bestimmtes Erlebnis als das beste zu nennen, wäre nicht fair, da dann alle anderen Erfahrungen in den Schatten gestellt werden würden. Alles, was ich erlebe, ist Teil meiner ganz eigenen Reise zu mir selbst und macht mich zu dem, der ich heute bin!

Gibt es ein Erlebnis, wovon du noch träumst?

Das gibt es und und ich erfülle es mir tatsächlich übernächste Woche, wenn ich 5 Tage lang mit Orcas in der Johnstone-Straße kajaken gehe und nachts mein Zelt an Land aufbaue. Für mich sind Orcas faszinierende Lebewesen genauso wie Tiger – die würde ich auch noch gerne in Indien sehen und das am liebsten ebenfalls bei einer Kajaktour durch die Sundarbans!

Timo vom Blog Bruder Leichtfuss

Timo von bruderleichtfuss über Abenteuer auf Reisen

Reiseblogger Timo liebt es ebenso abenteuerlich und überquerte den atlantischen  Ozean per Anhalter mit Segelbooten. Als Autor gibt er Tipps rund ums Trampen auf  Reisen.

Was sagen deine Liebsten zu deinen mutigen Aktionen?

Meine Familie habe ich Stück für Stück daran gewöhnt, dass ich immer mal wieder „mutige“ Ideen habe und die dann auch umsetze. Ich habe schon als 14jähriger Radtouren über mehrere Tage mit dem Zelt unternommen und habe mich da von meinen Eltern nicht stoppen lassen. Mittlerweile kann sie glaube ich keine noch so „verrückte“ Idee überraschen – und sie haben auch die Erfahrung gemacht, dass ich in aller Regel irgendwann gesund, munter  und sehr zufrieden wieder nach Hause komme.

Meine Liebste habe ich während eines Abenteuers in Brasilien kennen gelernt: Ich hatte gerade den Atlantik überquert, sie war mit einer Freundin mit dem Fahrrad unterwegs entlang der brasilianischen Küste Richtung Regenwald. Meine Freundin ist also passenderweise ähnlich drauf wie ich und hat deshalb keinerlei Probleme mit meinen Abenteuern.

Was war dein größtes Abenteuer auf Reisen?

Schwierig zu sagen. In der Öffentlichkeit wurde meine Reise per Anhalter über den Atlantik wohl am stärksten wahrgenommen. Aber ich bin auch offroad durch das australische Outback gefahren, war im Nirgendwo des costa-ricanischen Dschungels unterwegs und habe in meiner neuen Heimat in Norwegen eine Menge Wanderungen unternommen, die alles andere als alltäglich sind.

Ich bin aber auch nicht auf der Suche nach Superlativen, habe nur keine Lust auf Langeweile.

Ob ich bei meinen Reisen drei Tage zu Fuß in den Bergen unterwegs bin, drei Wochen trampe oder drei Monate auf verschiedenen Segelbooten wohne, ist gar nicht so wichtig. Hauptsache, mein Abenteurerherz kommt auf seine Kosten.

Kannst du dich an eine Situation erinnern, in der du Todesangst hattest oder ist bisher alles ziemlich glatt gelaufen?

Im Endeffekt ist immer alles glatt gelaufen, aber es gibt schon immer mal wieder Probleme, die gelöst werden wollen. Auf dem Atlantik fiel auf einem Boot unser Ruder aus: Wir hatten für einen Tag keinerlei Kontrolle über unser Boot und trieben Richtung Afrika. Beim Wandern in Nord-Norwegen hatte ich einmal im Winter große Sorgen, als ich mich plötzlich mitten in einem Eisfeld wieder fand und nicht die passende Ausrüstung dafür dabei hatte.
Aber ich finde, dass solche Situationen so etwas wie das Salz in der Abenteuersuppe sind. Erst Probleme und ihre Lösungen machen ein Abenteuer wirklich unvergesslich.

Gibt es ein Erlebnis, wovon du noch träumst?

Viele! Ich will unbedingt mal in der pazifischen Südsee segeln gehen, am besten für längere Zeit und auf einem eigenen Boot. Im Himalaya warten noch so manche Gipfel darauf, von mir entdeckt zu werden und vor allem auf dem afrikanischen Kontinent gibt es für mich noch so manchen weißen Fleck. Irgendwann möchte ich nochmal – back to the roots sozusagen – eine lange Radtour unternehmen und richtig weit kommen.
Für den Spätsommer habe ich mir vorgenommen, hier in Norwegen zu lernen, wie man richtig Gletscher begeht und überquert. Damit hätte ich dann einen wichtigen, neuen Skill für neue Projekte…

Katrin vom Blog Before We Die

Katrin Before We Die - Interview Travellersgarden

Wer dich auf deinem Before We Die verfolgt, gerät schnell ins Träumen. Gibt es ein Erlebnis, welches für dich absolut besonders war?

Och, da gibt es so einige Erlebnisse, die sehr besonders waren für mich. Eines davon hast du ja bereits aufgezählt, erst im April habe ich die schwimmenden Schweine der Bahamas besucht und es war noch viel besser als ich es mir  je erträumt haben. Das lag weniger an den Schweinen selbst (Schweine sind eben einfach Schweine 😉 ), sondern vielmehr an der unglaublichen Natur der Exumas. Das Wasser ist überall so wahnsinnig blau und klar, man traut seinen Augen kaum. Die Out Islands der Bahamas sind einfach von einem anderen Stern.

Ein zweites Erlebnis, das ich so schnell nicht mehr vergessen werden, ist unser Hike zu den Havasu Falls im Grand Canyon. Ich wollte diese paradiesisch blauen Wasserfälle soooo dringend sehen, dass ich den Verstand kurzerhand ausgeschaltet und mich völlig übermütig in eine Wanderung gestürzt haben, die realistisch betrachtet nicht heil zu überstehen war. Dieser Tag war körperlich und mental die härteste Challenge, die ich bisher meistern mussten. Aber ich habe es geschafft! Damit habe ich mich eher unfreiwillig eine jener Erinnerungen geschaffen, von denen man noch seinen Enkelkindern erzählen wird. Normal kann ja jeder 😉

Was sind die Voraussetzungen für deine perfekte Abenteuer-Reise?

Wichtig ist eigentlich nur eine Sache: Dass man Erinnerungen schaffen will, die ein Leben lang halten. Die meisten Dinge sind vergänglich – Erinnerungen nimmt man mit einem fetten Lächeln mit ins Grab. Was Planungsdinge angeht, bin ich leider ziemlich unorganisiert.

Oft bin ich auch ein bisschen naiv, so dass ich manchmal recht gedankenlos einfach mal machen. Im Kayak zwischen Alligatoren durch die Everglades paddeln? Na klar! Wenn das gefährlich wäre, würde es solche Touren ja nicht geben – und der Guide wird schon wissen was er tut! Dass viele Leute sich allein bei der bloßen Vorstellung in die Hosen machen, daran habe ich keinen Gedanken verschwendet.

Will heißen: Für ein perfektes Abenteuer braucht es meines Erachtens vor allen Dingen Mut, Imperfektion, Begeisterungsfähigkeit und Vertrauen in sich selbst. Alles andere ist nur Kür.

Welches Land kannst du für abenteuerliches Reisen empfehlen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn jeder definiert „Abenteuer“ für sich anders. Wenn ich wirklich ein Land empfehlen müssten, dann wäre das die USA. Die USA sind so unglaublich vielseitig, dass hier garantiert jeder sein Fleckchen findet, an dem er sein persönliches Abenteuer erleben kann. Von karibischen Sandstränden in Florida, meterhohen Wolkenkratzern und Großstadtdschungel in New York, über wüstenähnliche Landschaften und tiefe Canyons im Südwesten bis hin zu den beeindruckenden Berglandschaften Nordamerikas – es gibt nichts, was es nicht gibt.