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Ayahuasca-Zeremonie – Kotzritual als Eintrittskarte ins Universum

Dschungeltour Peru

Ayahuasca nennt sich das Wundermittel im Amazonas, welches stark nach Erbrochenem riecht. Ein Schlückchen vom pflanzlichen Wundertrank soll ausreichen um genau das zu erzielen, worauf Yogis jahrelang hin meditieren. Die totale Erleuchtung. In Südamerika heilen sich die Menschen seit Jahrhunderten durch spirituelle Zeremonien mit Ayahuasca und Schamanen sind sich sicher – eine Ayahuasca-Zeremonie ist der Schlüssel zu Seele, die Eintrittskarte ins Universum.  Nebenbei behaupten Studien, der braune Pflanzensud, welcher für seine   intensive psychedelische Macht bekannt ist, zeigt exzellente Chancen, der Heilung auf. Doch was verbirgt sich wirklich hinter der kotzerregenden Brühe?

Raul ist unser Freund geworden. Wir besuchen ihn beinahe täglich auf dem Markt in Iquitos, einer Stadt mitten im Amazonas. Er vertreibt hier pflanzliche Medizin, Seife die Geld regnen lässt und das große Liebesglück in Form von Saft. Hexen, Magier und Pflanzenflüsterer – Der große Markt am Ufer des Amazonas spiegelt die tiefe Spiritualität der Peruaner  wider.  Als uns Raul zu sich nach Hause einlädt, fahren wir mit einem Boot eine Stunde aus der Stadt und kommen an eine Holzhütte mitten um Urwald. Wir verbringen die Tage mit Raul, wandern durch die Tiefen des Dschungel, angeln Piranhas und schlafen in Hängematten. Auch Raul ist überzeugt von Ayahuasca und auch seine drei Kinder im Alter von Fünf, Sieben und Neun haben die Zeremonie bei der man sich stark übergibt, hinter sich. Während wir ihm durch den Dschungel folgen und nach wilden Tieren Ausschau halten, plaudert Raul über Ayahuasca, Pflanzenheilkunde und Magier.

Ayahuasca-Liane in Peru

Was ich über Ayahuasca schreibe, habe ich recherchiert und von Schamanen gehört. Ich bin kein Arzt oder Apotheker und möchte das Thema Drogen mit diesem Artikel nicht verherrlichen.

Was ist Ayahuasca

Ayahuasca ist ein Gemisch aus einer Liane, Blätter, Wurzeln, Rinden und verschiedener Urwaldpflanzen. Seit Jahrhunderten wird das braungrüne Gebräu als spirituelle Heilpflanze von den einheimischen Stämmen im Amazonas benutzt. Jeder Schamane hat sein eigenes Rezept, aber meistens werden Blätter des Strauches mit dem Namen Chacruna  hinzu gegeben. Das ganze Gemisch wird bis zu 3 Tage lang gekocht und flüssig in kleinen Mengen (ca. 50ml) zu sich genommen.

Ayahuasca-Zeremonie

Einer der Bestandteile von Ayahuasca ist DMT (Dimethyltryptamin). Normalerweise wird DMT gleich nach dem Entstehen von körpereigenen Enzymen abgebaut. Nur bei der Geburt und im Moment des Todes wurden bei Menschen hohe Konzentration im Blut nachgewiesen. Damit dieser Wirkstoff aktiv sein kann, wird es mit der seltenen Ayahuasca-Liane, die nötige Stickstoffverbindungen enthält, zu einem Sud gekocht.

Was bewirkt die Ayahuasca-Zeremonie

Die sogenannte Ayahuasca-Zeremonie wird nur bei Nacht in Begleitung eines Schamanen in erster Linie zur Seelenreinigung  durchgeführt. Ein Trance-Zustand, bei dem man seinem Inneren begegnet. Die Wahrnehmungsfunktionen des Menschen werden erweitert. So werden alte Muster aufgebrochen, Abhängigkeiten und Probleme erkannt oder gar Zukunftsvisionen erlebt. Doch nicht nur das. Schamanen sprechen ihren großen Respekt gegenüber der Kotzbrühe aus. Für sie ist es mehr als nur ein Kräutertee mit heilender Wirkung. Sie nennen es Mutter Ayahuasca und vertrauen darauf, dass Ayahuasca bei jedem Menschen individuell heilt, wo es nötig ist. Für sie ist Ayahuasca der verlängerte Arm etwas Göttlichem. Die Eintrittskarte ins Universum und der Zugang zur Seele.

Ayahuasca-Zeremonie

Ein peruanischer Schamane aus der Dschungelstadt Iquitos prophezeit:

Man kann nie so genau sagen , was Ayahuasca für einen bereithält . Es kann leichte angehnehme Gefühle auslösen, tiefe Einblicke gewähren bis hin zur körperlichen Reinigung führen. Zahlreiche Teilnehmer des nächtlichen Dschungelzaubers sprechen von Nahtoderfahrungen und außerkörperliche Erfahrungen. Heute werden auf der ganzen Welt Forschungen durchgeführt, um mehr über Ayahuasca zu erfahren.

Lies auch mein Interview mit dem Schamanen.

Abhängigkeit von Ayahuasca

Ayahuasca enthält den Wirkstoff DMT und fällt somit in Deutschland unter das Betäubungsmittlegesetz. Der Gebrauch von Ayahuasca ist illegal. Ich muss allerdings erwähnen, dass laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) jede Substanz als Droge definiert, die in einem lebenden Organismus Funktionen verändert, wie z.B. Kaffee, Tee und bestimmte Kräuter. In den USA darf die Pflanze seit 2006 für rituelle Zwecke verwendet werden und auch in der Schweiz gibt es mittlerweile legale Retreats, wo Ayahuasca-Zeremonien durchgeführt werden. Durch den Konsum von psychedelischen Pflanzen sind bisher keine Fälle von Abhängigkeit bekannt.

In den Amazonasgebieten heilen sich die Menschen seit Jahrhunderten durch diesen Sud. Es dient ausschließlich als spirituelles Werkzeug zur Heilung.  Dort würde kein Mensch auf die Idee kommen, Ayahuasca wäre eine schädliche Droge.

Mehr als Seelenreinigung – Forscher entdecken Potential in Ayahuasca-Zeremonie

Ein ehemaliger „Ärzte ohne Grenzen“-Mediziner eröffnete in Tarapoto (Peru) eine Entzugsklinik in der er rund 40 Drogensüchtige jährlich mit Ayahuasca-Zeremonien  die Sucht austreibt. Mit einer Erfolgsquote von 70 Prozent kann sich dieses Ergebnis durchaus sehen lassen. Wie genau das funktioniert kannst du hier nachlesen: Drogentherapie im Dschungel.

Auch bei Depressionen soll die Liane der Geister positive Auswirkungen haben. Geheimdienste, Krankenhäuser und Forschungsinstitute untersuchen die verborgenen Funktionen von Ayahuasca. Die Untersuchung einiger brasilianischer Forscher befasste sich ausgiebig mit der Ayahuasca und testete das Getränk an Frauen und Männern, die mittlere bis starke Depressionen aufwiesen. Sie wurden achtmal, zu unterschiedlichen Tageszeiten und in verschiedenen Zeitabständen schriftlich befragt. Das Ergebnis ist verblüffend:

Alle Teilnehmer verspürten nach einmaliger Einnahme von Ayahuasca positive Veränderungen.

In Peru gibt es außerdem viele Intellektuelle, die sich einer Ayahuasca-Zeremonie unterzogen, um sich künstlerisch inspirieren zu lassen. Im Ausland gibt es Psychiater und Chirurgen, die diese Pflanze anwenden, um den Erfolg ihrer Operationen zu sichern.

Wer sollte die Finger von einer Ayahuasca-Zeremonie lassen

Wenn du nur einen Drogenrausch erleben willst, solltest du die Erfahrung mit Ayahuasca bleiben lassen. Dafür ist das Geld zu schade und die Anreise zu weit. Außerdem solltest du keine Herz- oder Kreislaufbeschwerden haben. Man muss ein wenig offen an die Sache rangehen. Das heißt, du solltest nicht mit zu großer Angst zu deiner Ayahuasca-Sitzung gehen. Das kann die Zeremonie negativ beeinflussen.

Wo finde ich einen Schamanen für meine Ayahuasca-Zeremonie?

In der Schweiz sind Ayahuasca-Zeremonien legalisiert worden. Es gibt dort mittlerweile einige Retreats, die Zeremonien in Begleitung von Schamanen anbieten. Ich persönlich würde jedoch eine solche Zeremonie ausschließlich im Amazonasgebiet und in Begleitung eines erfahrenen Schamanen durchführen.

Auch hier treiben sich allerdings einige Scharlatane herum, die früh anfangen zu praktizieren um richtig Asche damit zu verdienen. Am besten erkundigst du dich vor Ort und fühlst in dich hinein. Wenn dir etwas komisch erscheint, sei ruhig so frei zu gehen. Auch wenn du schon zugesagt hast.

In meinem nächsten Artikel erfährst du mehr über Ablauf und Vorbereitung einer Ayahuasca-Zeremonie.

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Ayahuasca-Zeremonie in Peru

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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